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Halle-Spiel-Neuhaus

Die Erleichterung war groß und die Mannschaftskasse nach der Siegesfeier fast leer: Aufsteiger TTC Berkum hat im Saisonfinale der Tischtennis-Landesliga die Nerven behalten und mit einem 9:4-Sieg im Kellerduell gegen den SSV Neuhaus II den Relegationsplatz verteidigt. Der TTC lag zwischenzeitlich schon 2:4 hinten. Aber zum Glück erwischte Benjamin Weiß einen Glanztag. „Er war unser Held des Spiels. Als es drauf ankam, war er da“, lobte Teamkollege Lukas Duda.

TTC Berkum – SSV Neuhaus II 9:4 (31:19). Bei Rumpsteak, Jägerschnitzel und reichlich Sieger-Bier im Schwicheldter Gasthaus „Emmis Erbe“ feierten die Berkumer den verhinderten direkten Abstieg. Benjamin Weiß schmeckte es besonders gut: In der gesamten Rückserie hatte er nicht ein einziges Einzel gewonnen, doch ausgerechnet im wichtigen Saisonfinale blieb die Nummer vier des TTC ungeschlagen. Im Doppel kämpfte er an der Seite von Fabian Spatz die SSVer Marcel Kaufmann und Enrico Hentschel mit 11:8 im Fünfsatz-Krimi nieder. „Mit Fabis weichen Vorhandtopspins und den Überschnitt-Aufschlägen kamen die Gegner in der entscheidenden Phase nicht mehr zurecht“, stellte Teamkollege Lukas Duda fest. Und bei seinen zwei Einzel-Siegen gab der bis dato Rückrunden-Pechvogel Benjamin Weiß nur einen Satz ab. „Benni war konsequenter. Vor allem seine Vorhand hat er oft knallhart durchgezogen“, lobte Duda.

Ebenfalls spielentscheidend sei die zweite Runde im oberen Paarkreuz gewesen. Da fegten TTC-Kapitän Sascha Henke und Jens Obst nach ihren Auftaktniederlagen etwas überraschend ihre Gegner jeweils mit 3:0 von den Tischen. „Das waren Big-Points, die haben den Gegner demoralisiert“, meinte Duda.

Am Ende machte ausgerechnet der den Sieg perfekt, mit dessen Einsatz die Berkumer schon gar nicht mehr gerechnet hatten. Jan Fichtner hatte sich kurz zuvor im Fußball-Training bei Bezirksligist Arminia Vechelde das Fußgelenk verdreht. Aufs Doppel verzichtete er deshalb sicherheitshalber und im Einzel konnte er nur mit einem dicken Tape-Verband antreten. Doch es reichte. Nach einem 3:8-Rückstand im Entscheidungssatz drehte er das Einzel gegen Bernd Hilbig noch in einen 12:10-Sieg und die Fans in der Halle klatschten lautstark.

„Die Erleichterung war groß“, betont Lukas Duda, dessen Team in der Relegation auf die Bezirksoberliga-Zweiten TSV Thiede, SC Weende und TTC Gifhorn II trifft.

Spiele: Jens Obst/Lukas Duda – Bernd Hilbig/Dominik Haag 3:1, Sascha Henke/Steffen Krumwiede – Stefan Kohl/Alexsey Arunov 1:3, Benjamin Weiß/Fabian Spatz – Marcel Kaufmann/Enrico Hentschel 3:2, Henke – Arunov 1:3, Obst – Kohl 1:3, Fichtner – Haag 1:3, Weiß – Hilbig 3:0, Spatz – Hentschel 3:1, Duda – Kaufmann 3:0, Henke – Kohl 3:0, Obst – Arunov 3:0, Fichtner – Hilbig 3:2, Weiß – Haag 3:1.cm

Selbst wenn die Berkumer in der Relegation triumphieren sollten, ist noch ungewiss, ob sie kommende Saison überhaupt in der Landesliga aufschlagen. Denn: Kapitän Sascha Henke wird aus familiären Gründen kürzer treten und in die TTC-Reserve wechseln, Jens Obst heuert beim MTV Bledeln II in der Landesliga an. „Das sind herbe Verluste, und es ist nicht einfach, Neuzugänge auf Landesliga-Niveau zu finden“, sagt TTC-Spieler Lukas Duda.

Endspurt!

Plakat NeuhausDas Zittern geht weiter: Tischtennis-Landesliga-Aufsteiger Berkum hat es verpasst, sich mit einem Heimsieg gegen die Tischtennis-Freunde Wolfsburg zumindest die Teilnahme an der Abstiegsrelegation zu sichern. Der TTC unterlag 4:9 – auch, weil er gleich vier von fünf Fünsatz-Krimis verlor. „Das hat nicht nur mit Pech, sondern auch mit fehlendem Training zu tun. Die Niederlage war aber zu deutlich“, bilanzierte Berkums Spieler Lukas Duda.

TTC Berkum – TTF Wolfsburg 4:9 (23:30). Im Hinspiel überraschte der Aufsteiger noch mit einem 9:7-Triumph. Doch in eigener Halle fruchtete es auch nicht, dass der TTC nach einer zuletzt mageren Ausbeute seine Doppel umgestellt hatte – nur Jens Obst und Fabian Spatz gewannen. Wie viel Selbstvertrauen sich Obst beim Turniersieg in Badenstedt geholt hatte, unterstrich er auch im Einzel. Berkums Nummer zwei fegte seine Gegner im oberen Paarkreuz mit 3:0 vom Tisch. „Jens hat überragend gespielt. Er ist von Anfang an aggressiv auf die Bälle draufgegangen und hat einige sehenswerte Vorhand-Abklapp-Schläge gezeigt“, lobte Teamkollege Lukas Duda.

Der fuhr bei seinem 3:2-Sieg gegen Wolfsburgs Routinier Bernd Hollas Berkums einzigen Fünfsatz-Erfolg ein – mit 14:12 gewann er den Krimi in der Verlängerung. „Mein Gegner hat zwar die sehenswerten Topspin-Duelle im fünften Satz gewonnen, aber er hatte dafür extreme Probleme mit meinen Aufschlägen“, stellte Duda fest.

Jan Fichtner hingegen erwischte ausgerechnet im Saisonendspurt „seinen schlechtesten Tag der gesamten Saison“, sagte Duda. Der erkältete Benjamin Weiß kämpfte zwar gut, verlor aber zweimal bitter mit 2:3. Und Fabian Spatz brachte seine 2:1-Führung gegen Youngster Lennart Bullerdiek nicht ins Ziel.

Nun müssen die Berkumer im Saisonfinale und Kellerduell gegen den SSV Neuhaus II mindestens einen Punkt holen, um garantiert nicht direkt abzusteigen. Dass Verfolger Vechelde sein Saisonfinale gegen den Tabellensechsten Torpedo Göttingen II verliert, darauf wollen sich die Berkumer nicht verlassen. „Die Vechelder haben schon beim 7:9 gegen den Dritten Jembke gezeigt, dass sie noch richtig wollen“, sagt Duda. Sein Team habe nun zwei Sonderschichten anberaumt: Am Montag hat das komplette Team zusammen trainiert, am Freitag folgt eine zweite Einheit.

Spiele: Jan Fichtner/Lukas Duda – Ireneusz Miklis/Nils Baartz 1:3, Sascha Henke/Benjamin Weiß – Timo Stein/Pascal Preis 1:3, Jens Obst/Fabian Spatz – Bernd Hollas/Lennart Bullerdiek 3:1, Henke – Miklis 1:3, Obst – Stein 3:0, Fichtner – Baartz 0:3, Weiß – Preis 2:3, Spatz – Bullerdiek 2:3, Duda – Hollas 3:2, Henke – Stein 0:3, Obst – Miklis 3:0, Fichtner – Preis 2:3, Weiß – Baartz 2:3.

1. Herren gegen WolfsburgFür unsere erste Herren brechen die Wochen der Wahrheit an. Nach einer grandiosen Hinrunde folgte bisher eine dürftige Rückrunde, bei nur einem Sieg aus sieben Spielen. Jetzt warten die letzten beiden Heimspiele der Saison auf die Landesliga-Sechs um Kapitän Sascha. "Wir brauchen noch dringend einen Punkt, um auch am Ende auf dem Relegationsplatz zu stehen. Diesen Schritt wollen wir möglichst schon diesen Samstag gehen", blickt Sascha hoffnungsvoll auf nächsten Samstag. Dort erwarten unsere Erste die Tischtennisfreunde aus Wolfsburg, die man in der Hinrunde noch erfolgreich mit 9:7 besiegen konnte. "Diesen würden wir natürlich gerne wiederholen, um die Relegation zu sichern. Auf jeden Fall hoffen wir auf die Unterstützung der Zuschauer, die wir diesen Samstag unbedingt brauchen werden", appelliert Sascha an alle Berkumer Fans.

Die "Berkumer-Disco" erwartet die Zuschauer ab 16:30Uhr. 

Auch im vermeintlichen „Sechspunktespiel“ musste sich die Landesliga-Sechs vom TTC Berkum geschlagen geben. Die fünfte Niederlage in Folge bedeutet, dass die Berkumer wohl bis zum letzten Spieltag, um den Relegationsplatz zum Klasserhalt zittern müssen. Beim Dasseler SC gab es ein bitteres 4:9.

Dasseler SC - TTC Berkum 4:9 (24:29). Vor der Partie waren die Verhältnisse klar definiert, denn der Gewinner konnte einen Riesenschritt Richtung direkten Klassenerhalt machen. „Wir mussten uns aber schon beim Einspielen an die ungewöhnlichen Spielverhältnisse anpassen. Der Gegner spielt in einer Halle, welche nicht größer als ein Wohnzimmer ist“, stellte Berkums Fabian Spatz schon zu Beginn fest. In diesem „Wohnzimmer“ gingen die Doppel mit 2:1 an die Gastgeber, wobei besonders die Niederlage von Jan Fichtner und Lukas Duda schmerzte. „Es war wieder eine Riesenleistung von uns, die aber diesmal nicht belohnt wurde“, war Duda etwas enttäuscht. Fichtner/Duda mussten sich nämlich nach hartem Fight mit 13:15 im Entscheidungssatz geschlagen geben.

Im folgenden oberen Paarkreuz musste sich dann Jens Obst seinem Kontrahenten Yannic Bode geschlagen geben. Dassels Nummer 1 wies vor der Partie eine Bilanz von 3:11 auf, jedoch erwischte er ausgerechnet gegen den TTC einen Sahnetag. „Ich habe eigentlich gar nicht so schlecht gespielt, aber Yannic hat einfach jeden meiner Topspins zurückgeblockt“, musste Jens Obst feststellen. Danach konnte Mannschaftskapitän Sascha Henke seinen Fünsatzfluch (Bilanz 2:9 bei Fünfsatzspielen) nicht brechen und verlor gegen Alexander Wiegmann zum zwischenzeitlichen 1:4 aus Berkumer Sicht. „Alexander spielt eine ekelige Noppe, die mir immer wieder Probleme bereitete“, erklärte Henke. Auch Benjamin Weiß war erneut nicht vom Glück verfolgt, so verlor auch er denkbar knapp gegen Matthias Rose im fünften Satz.

„Nach den beiden Siegen von Jan und Lukas schöpften wir aber wieder ein wenig Hoffnung“, so Henke. Fichtner und Duda dominierten ihre Gegner Ralf Freckmann und Matthias Müller nach Belieben und verkürzten für Berkum auf 3:5. „Wenn dann Fabians Spiel kommt, sind wir richtig dran und dann geht das Spiel sicherlich in die andere Richtung“, berichtete Henke weiter. Jedoch auch Berkums Nummer 5 Fabian Spatz verlor im letzten Satz gegen Andre Meve. Von diesem vierten verlorenen Fünfsatzspiel konnte sich die Berkumer Landesliga-Sechs nicht mehr erholen und der Sieg von Jens Obst gegen Alexander Wiegmann war leider nur noch Ergebniskosmetik. „4:9 hört sich deutlicher an als es war. Jetzt haben wir im April noch zwei Heimspiele, wovon wir mindestens eins gewinnen müssen, um den Relegationsplatz zu sichern. Nach fünf Niederlagen in Folge wird das aber natürlich nicht einfach“, resumierte Henke am Ende.

Spiele: Bode/Rose - Fichtner/Duda 3:2, Wiegmann/Meve - Henke/Obst 3:1, Freckmann/Müller - Weiß/Spatz 0:3, Bode - Obst 3:1, Wiegmann - Henke 3:2, Rose - Weiß 3:2, Freckmann - Fichtner 0:3, Müller - Duda 0:3, Meve - Spatz 3:2, Bode - Henke 3:1, Wiegmann - Obst 2:3, Rose - Fichtner 3:1, Freckmann - Weiß 3:0. ld