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Spatz greift in die Aufschlag-Trickkiste

Tischtennis-Landesliga: Berkum gewinnt Derby und Kellerduell gegen Vechelde 9:4 / Jens Obst bärenstark

 
Volle HalleErst spielten die Tischtennis-Landesliga-Spieler des TTC Berkum effektiv, dann feierten sie kreativ: Mit einem lustigen Filmchen in Hollywood-Blockbuster-Manier verbreiteten sie im Internet ihre Freude über den überraschend klaren 9:4-Heimsieg im Derby gegen Arminia Vechelde. „Die Halle sollte brennen. Hat sie!“, textete der Derby-Sieger darin launisch und ließ zum Beweis nach einem verwandelten Matchball im Doppel einen Kampfjet durchs Bild düsen. Dann ist nur noch ein Feuerball zu sehen. Gegner Vechelde war dagegen nicht zum Lachen zumute: „Jetzt stecken wir richtig drin im Abstiegskampf!“, stellte Spieler Josef Rempe fest.
 
TTC Berkum – Arminia Vechelde 9:4 (31:18). Mehr als 50 Zuschauer verfolgten das Derby – und stellten erstaunt fest, dass Vecheldes Christian Havekost nach mehrmonatiger Verletzungspause nach einer Schulter-Operation doch nicht sein geplantes Comeback gab. „Beim Warmspielen hatte sich das leider doch wieder zerschlagen“, bedauerte Vecheldes Spieler Josef Rempe und verwies auf muskuläre Probleme seines Teamkollegen.
Die Arminia trat daher mit Ersatzspieler Carsten Gruhn und eben doch mit ihrer etatmäßigen Nummer zwei, Peter Bock, an, der wegen seiner anhaltenden Knie-Probleme noch nicht wieder der Alte ist. Doch: Ihm gelang im Einzel fast eine Überraschung, als er trotz Trainingsrückstands Berkums Sascha Henke in den fünften Satz zwang. Doch ausgerechnet im Derby stoppte der TTC-Kapitän seinen Fünfsatz-Fluch. Zuvor hatte er alle vier Spiele, die in den Entscheidungssatz gegangen waren, verloren. „Und Peter musst du selbst mit 60 Prozent erstmal schlagen“, gratulierte Lukas Duda seinem Berkumer Teamkollegen.
Für den TTC lief es wie geschmiert. Vor allem einer spielte groß auf: Neuzugang Jens Obst gab drei Tage vor seinem 32. Geburtstag nicht einmal einen Satz ab. „Er war sicherlich der Mann des Tages. Das Training macht sich bei ihm bezahlt“, stellte Teamkollege Duda fest.
Für die größte Überraschung des Abends hatte Berkums Nummer sechs Fabian Spatz gesorgt. Er brachte dem bis dato ungeschlagenen Mirko Quoll die erste Saisonniederlage bei. „Fabian hat seinen Gegner mit seinen Aufschlägen zermürbt. Er hat so viele Variationen gespielt, darauf konnte sich Mirko nicht einstellen“, lobte Duda.
Am Ende des Derbys ärgerte sich selbst Berkums Jan Fichtner nicht mehr zu sehr über seine blöde Fünfsatz-Niederlage, die er trotz 2:0-Satzführung und einem 7:0-Vorsprung im dritten Durchgang noch gegen den immer mutiger aufspielenden Arminen Josef Rempe kassiert hatte. Normalerweise freut sich Fichtner über Siege der Arminia, stürmt er doch für den Vechelder Fußball-Bezirksligisten, mit dem er die Tabelle anführt. Doch im Tischtennis hatte er nichts gegen eine Niederlage seines anderen Klubs und machte den Derbysieg mit einem 3:0-Erfolg gegen Thore Richter perfekt. „Als wir vor drei Jahren eine deutliche Klatsche bekommen haben, musste ich mir einiges von meinen Fußballkameraden anhören. Umso schöner war es diesmal, nach so einem schönen Match am Sonntag zum Fußball-Treffpunkt zu kommen. Wir haben auch in der Höhe verdient gewonnen“, sagte Fichtner.
Die Arminia gratulierte. „Leider kam bei uns im oberen und unteren Paarkreuz zu wenig. Aber bei der tollen Stimmung zu spielen, hat Spaß gemacht. Wir freuen uns jetzt auf vier Wochen Pause. Dann haben sich die Personalsorgen hoffentlich erledigt und wir können neu angreifen. Wir lassen die Köpfe nicht hängen und werden uns auch aus dieser prekären Lage befreien“, betonte Josef Rempe.
Spiele: Sascha Henke/Jens Obst – Klaus Kotke/Peter Bock 3:0, Benjamin Weiß/Fabian Spatz – Josef Rempe/Thore Richter 2:3, Jan Fichtner/Lukas Duda – Mirko Quoll/Carsten Gruhn 3:2, Henke – Bock 3:2, Obst – Kotke 3:0, Weiß – Richter 0:3, Fichtner – Rempe 2:3, Duda – Gruhn 3:0, Spatz – Quoll 3:1, Henke – Kotke 3:1, Obst – Bock 3:0, Weiß – Rempe 0:3, Fichtner – Richter 3:0.cm